Kanada und die Biotechnology – eine Erfolgsschichte

in Englisch

Kanada trägt beindruckende Meilensteine in der Entwicklung der Biotechnologie bei: Die Entdeckung und Entwicklung des Insulin (1922) und des ersten Polio Impfstoffes (1955), die weltweit ersten, kommerziell angebauten, gentechnisch veränderten Pflanzen (1995), ein Biokraftstoff betreibener Jettest im Jahr 2012 und signifikate Beiträge zur Entwicklung eines Ebola Impfstoff. 

Die Biotech-Branche in Kanada ist weitgehend in vier Bereiche unterteilt: Gesundheit, Medizin & Pharma; Landwirtschaft & Umwelt; Brau & Lebensmittel Bioprozesse und organisch chemische Produktion. Seit den frühen 2000er Jahren wächst die Wirtschaft stetig: von 282 Unternehmen in 1997 auf 496 Unternehmen in 2003 mit einem generierten Umsatz von 87 Mrd. Dollar im Jahr 2012. Mehr als 80% der kanadischen Biotech-Unternehmen sind kleine bis mittlere Unternehmen, mit weniger als 50 Vollzeitangestellten.

Der Pharma-Umsatz allein trägt einen Anteil von 2,5% des Weltmarktes bei, welches Kanada an neunt größte Position stellt. Seit 2009 ist die Anzahl der Beschäftigten um etwa 6% gesunken, so dass im Jahr 2014 allein im Herstellungssektor ca. 26.300 Menschen angestellt waren. Ontario, ist das führende Bundesland in der Biowisschenschaft und trägt 50% der wirtschaftlichen Aktivität des Landes bei. So zum Beispiel ernannte Clinical Trials Ontario, eine unabhängige gemeinnützige Organisation, im Juni 2015 das erste globale Unternehmen mit landesweiten Ethik Genehmigungen für eine internationale multizentrische klinische Studie. Ontario wurde somit der globale Marktführer im Bereich klinischer Studien.

Derzeit wird in Kanada’s Biowissenschaft weniger investiert als südlich der Grenze. Seit der weltweiten Finanzkrise im Jahr 2008 sind die Ausgaben für Forschung und Entwicklung, ermittelt in Prozent des Bruttoinlandsprodukts, nur noch bei 1.35% dessen, was die USA für F&E investieren. Auch Risikokapitalinvestitionen befinden sind in einem 10 Jahre Tief. "[In Kanada] sind die Unternehmen viel kleiner und oft viel riskanter, da die Unternehmen sich auf ein bis zwei Moleküle oder ein bis zwei Produkte bzw. Plattformen konzentrieren, wobei die größeren Unternehmen in den USA gleichzeitig mehrere Produkte entwickeln", so Mario Piccinin, Partner bei Ernst & Young.

Wie dem auch sei, weltweit stehen verschiedene Biotechnologie Unternehmen vor einer Finanzierungskrise, da Investoren sich mehr auf «sexier» Branchen mit schnelleren Produktdurchlaufzeiten und bessere Chancen auf Auszahlung fokuszieren.

 

Send Us a Message